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Chronik der Deinharts PDF  | Drucken |  E-Mail
Das Haus Deinhart – auf Felsen gebaut
oder die Chronik der Deinharts aus zwei Jahrhunderten

verfaßt von Peter Deinhart aus Mainz

1. Der Anlass
Am 15. Februar 1985 feierten wir, meine Geschwister mit ihren Familien, und unsere Verwandten, die goldene Hochzeit unserer Eltern Wolfgang und Maria Deinhart. Zwischen diesem Ereignis und dem 1. Deinharts - Familien - Treffen im Jahre 1998 lagen nur 13 Jahre. Dabei machte ich die Feststellung, dass uns nahe Vorfahren aus dem Verwandtenkreis nicht mehr unter den Lebenden weilten, z.B. unsere Eltern, Onkel Hans und Tante Liesel aus Eichstätt, Onkel Reser und Tante Doreth aus Wölkendorf, Tante Vera und Onkel Josef aus Bayreuth und Patenkind Anna Löhrlein unserer Mutter aus Schederndorf. Eine ganze Generation hatte sich von dieser Erde verabschiedet. Diese Erfahrung motivierte mich, den Spuren unserer Vorfahren nachzugehen.

Im Juni 2001 gab es ein 2. Deinhart-Treffen. Aus den Zusammenkünften der Jahre 1998 und 2001 konnten einige Mosaiksteine von Geschichten unserer Vorfahren zusammengetragen werden. Fotos wurden mitgebracht; dazu wurde von Ereignissen aus der Zeit unserer Vorfahren berichtet, und so entstand eine Grundlage für ein Familienstammbuch. Einiges aus diesen beiden Treffen findet in der vorliegenden Schrift seinen Niederschlag.

Das 3. Deinhart-Treffen wurde vom 08. bis 10.Juni 2007 durchgeführt. Hier gingen wir auch den Spuren unserer Vorfahren nach; dieses Mal jedoch mit dem Akzent, der Mutter-Linie, den Wills nachzugehen. Denn der Großvater mütterlicherseits war gebürtig vom "Beckla" in Schederndorf. So waren wir zu Gast im Geburtshaus unserer Mutter, der Gaststätte zum "Goldenen Schwan" in Wölkendorf, bei der Familie Walter Will, meinem Cousin
Im Rahmen dieser verwandtschaftlichen Begegnung mussten wir den Verlust von Geschwistern und auch von Cousinen feststellen. War es für meinen Bruder Georg nach seiner Kur das große Ereignis in Wölkendorf, er freute sich, die verwandtschaftlichen Kontakte pflegen und weiter beleben zu können, so mußten wir knapp 19 Monate später ihm im Oktober 2002 die letzte Ehre erweisen.
Mein Bruder Haus aus Stuttgart kam auch gerne zu den gemeinsamen Begegnungen mit seinen Geschwistern. Nach seiner erneuten Erkrankung ging es ihm zunächst besser und hatte sich schon zum Treffen angemeldet. Doch dann kam die traurige Nachricht: am 20. Mai 2007 beendete er seinen irdischen Lebensweg.
Schon vor dem 2. Deinharts-Treffen ist Edeltraud aus Braunschweig, die Schwester von Hermann (Mainz) und Wolfgang Deinhart (Eichstätt), eine Cousine von mir im Jahr 2000 von ihrem Krebsleiden erlöst worden. Genau so erging es Dorle Tietz aus Bayreuth, einer weiteren Cousine, der wir im Jahr 2005 begraben mußten. Auf alle diese Personen werde ich in meinem Bericht noch einiges quasi als Vermächtnis sagen.
Um so wichtiger ist es, die Begegnungen der Geschwister, der Verwandten untereinander zu nutzen, um das Gute, was wir von unseren Vorfahren erhalten haben, weiter zu geben.

Wenn wir auf den Spuren unserer Vorfahren bewusst gehen, dann ist das Haus Deinhart in Wölkendorf 13 der Orientierungspunkt; dies in doppelter Bedeutung: Dort lebten und gestalteten Deinharts die Gegenwart und investierten in die Zukunft. An diesem Platz ist auch das Haus Deinhart buchstäblich auf Felsen gebaut.

Wie ein roter Faden soll sich „Das Haus Deinhart – auf Felsen gebaut“ durch diese Broschüre ziehen. Ich möchte damit auch Zeugnis vom Geben und Nehmen darstellen, das charakteristisch für die Deinharts ist. Ich will aber auch dokumentieren, was wir von unseren Vorfahren mit auf den Weg bekommen haben, nämlich Treue, Verläßlichkeit, Naturverbundenheit, Schaffenskraft.

2. Der Ort Wölkendorf

Beginnen will ich mit dem Ort Wölkendorf. Wo liegt der Ort Wölkendorf?Woher kommt sein Name?
Einige geographische Gegebenheiten: Der Ort liegt unweit der Quellen der Flüsse Wiesent in Steinfeld (4 km entfernt) am Ausläufer des Paradiestales und des weissen Mains in Kleinziegenfeld (5 km entfernt). Zum bekannten Wallfahrtsort Vierzehnheiligen sind es 15 km, ebenfalls so weit zum heiligen Veith von Staffelstein. Wölkendorf liegt genau zwischen der alterwürdigen Stadt Bamberg, der bekannten Bierstadt Kulmbach und der Wagnerstadt Bayreuth. Wölkendorf zählt noch zum östlichen Zipfel des Landkreises Bamberg und bildet im fränkischen Jura / fränkischen Alp quasi das Tor zur landschaftlich herrlichen Gegend der Fränkischen Schweiz.

(Bild / Karte)

2.1. Woher kommt Wölkendorf - Eine gewagte These

Über den Ursprung des Namen Wölkendorf konnte ich zunächst keine Grundlagen finden. Da wagte ich die These, die möglicherweise einen Hinweis oder sogar Rückschlüsse zum Namen Wölkendorf geben kann. An vielen Tagen im Frühjahr und Herbst eines jeden Jahres hängen die Wolken sehr tief, sodaß das Dorf von Wolken eingefasst ist. Dies ist leicht erklärbar: die starken Fröste im Winter, der gefrorere Boden und die durch die ersten starken Sonnenstrahlen im März – kalter Boden und Sonne – produzierten im Frühjahr Nebel. Gleiches gilt für den Herbst: die ersten Fröste im Oktober und der von der Sommerhitze noch aufgeheizte Boden befördern ebenfalls den Nebel. Dieser hängt sich am fränkischen Jura fest.

Doch mit dem in 2005 herausgegebenen Buch "Wölkendorf. das Dorf - die Kapelle - die Menschen" ist der Schleier von Wölkendorf tatsächlich gelüftet. Der Herausgeber, Dr. Josef Urban, hat es verstanden, Fachleute, die etwas zu Wölkendorf anhand der geschichtlichen Grundlagen sagen konnten, zu gewinnen. Es lohnt sich, dieses Buch als wichtiges Werk in Verbindung zu meinen bescheidenen Recherchen zu lesen. Ich werde im Folgenden immer wieder auch auf dieses Buch verweisen, erlaube mir, einige Eckpunkte von Wölkendorf in meinem Beitrag auch aufzugreifen.

2.2. Wölkendorf 1000 Jahre alt

Wölkendorf ist ein interessanter Ort, über 1000 Jahre alt, charakterisiert als Dorf "auf dem Gebürg" "am Weg ins Paradies". Ich meine, das Dorf ist selbst Programm.

Im Wölkendorfer Buch wird nun festgestellt, dass Wölkendorf vom Namen her "ein deutsch-slawischer Mischname" (Velek) ist, "der einen slawischen Personennamen mit dem deutschen Grundwort verbindet" (Urban, Wölkendorf, 21) einen slawischen Einschlag hat. Wölkendorf wäre "eine slawische Siedlung, deren Siedler durch die fränkische Oberherrschaft in den Landesausbau der nördlichen Frankenalp eingebunden wurden". (Urban 21).

2.3. Erstmals 1323/1328 urkundlich erwähnt

Urkundlich könnte vom Bamberger Bischofsurbar 1323/1328 erstmals Wölkendorf als "Welkendorf" erwähnt worden sein, als ein für diese Zeit recht ansehnliches Dörfchen mit immerhin 11 Gütern". Die Autoren Gunzelmann und Rupprecht weisen in ihrem Beitrag nach, dass der Ort "Welkendorf" bei Hollfeld in der damaligen Aufzählung ein Ausreißer wäre. "Dass er (Urbar) gerade in den beiden Dörfern Schederndorf und Welchendorf auftritt, spricht er unter Berücksichtigung der damaligen Heiratskreise für Wölkendorf und nicht für das 15 km entfenrte Welkendorf bei Hollfeld." (Urban 24)

2.4. Verkehrspolitische Bedeutung von Wölkendorf

Wölkendorf ist ja auch verkehrspolitisch von Bedeutung. Von der Siedlungsgeschichte aus betrachtet, wäre in der nördlichen Frankenalb im 9. und 10. Jahrhundert für den karolingischen Landesausbau die Kotten von ""Dorf"-Orten" typisch, die sich entweder entlang von Bächen oder von Altstraßen erstreckten. "Eine solche Kette bilden auch die Orte Roßdorf (a. Berg), Schederndorf, Wölkendorf, Fesselsdorf, Seubersdorf und Azendorf entlang der Altstraße Bamberg-Kulmbach. Eine Entstehung vor dem Jahr 1000 ist somit sehr wahrscheinlich für Wölkendorf, vielleicht wurde es auch schon vor 900 angelegt."(Urban 20 f)

2.5. Wölkendorf und seine Wasserscheide

Wölkendorf ist zudem interessant, da sein Standort gleichsam eine Wasserscheide darstellt. "Das Dorf liegt an der Grenze der beiden naturräumlichen Teileinheiten "Wiesentalb" und "Weismainalb". Seine Gemarkung ist dabei gerade noch der Wiesentalb zuzurechnen, da ihre beiden Trockentäler - westlich des Dorfes das "Paradiestal" und das Tälchen am östlichen Ortsrand - nach Süden hin im Nachbarort Steinfeld entspringenden Wiesent gerichtet ist. Der Weg vom Dorf in das Paradiestal mit der Flurnummer 414 wurde im Grundsteuerkatasteramt von 1854 tatsächlich als Weg ins Paradies bezeichnet." (Urban 16)


Bild Stadelhofen

Kirchenpolitisch zählt Wölkendorf zu einem der 8 Pfarrdörfer der Pfarrgemeinde Stadelhofen.

Die Pfarrkirche in Stadelhofen ist den Heiligen St. Peter und Paul (frühes 18. Jahrhundert) geweiht und stellt ein Kleinod barocker Kunst dar.
Die kleine Kirche in Wölkendorf hat als Namenspatron den hl. Wolfgang. Diese wurde 1905 erbaut. So hat jede Dorfgemeinde mit ihrem Gotteshaus einen Mittelpunkt für das gemeinsame Gebet.

Bild von Wölkendorf / Kapelle

Dorfgemeinschaft Wölkendorf

Der Ort Wölkendorf hatte zu meiner Jugendzeit in den 50-ziger und 60ziger Jahren 190 Einwohner in 23 Familien. "1978 war die Einwohnerzahl gar auf 113 zurückgegangen. 1987 stagnierte die Zahl bei 110 in 24 Wohngebäuden." (Urban, 38). Ich habe mein Heimatort als eine Dorf-Gemeinschaft erfahren, bei der ein jeder einen jeden kennt. Freud und Leid wird geteilt. Und in dieser Ortschaft gibt es Familiennamen, die überall bekannt sind, ob Dietrich, Dörfler, Döppmann, Eberlein, Kraus, Lang, Linz, Löhrlein, Rauch, Schmidt, Weidner, Will oder Zeiss. Einen Namen will ich herausgreifen: DEINHART. Dabei ist entscheidend, mit welchen Buchstaben der Name endet, ob mit einem weichen D oder mit einem harten T oder mit DT. In meinem Beitrag geht es um den Namen Deinhart, also am Ende mit T.

Auch hier nimmt das Wölkendorfer Buch eine wichtige Rolle ein. Denn in den letzten 100 Jahren hat sich der Ort

3. Der Name Deinhart

Historische Aufzeichnungen bestätigen den aktiven Ursprung der Familie Deinhart. In Urkunden und Dokumenten wird Peter als erster Träger dieses Familiennamens genannt. Durch das frühe Vorkommen wird eine geschichtliche Tradition zweifelsfrei bestätigt. Dies will ich im folgenden in Bild und Wort darstellen.


3. Das Deinhart-Wappen

Das Deinhart-Wappen stellt einen Bezug zur Natur und zur kämpferischen Auseinandersetzung dar. Im eigentlichen Wappen ist ein Schwert abgebildet. Die obere und untere Seite ist mit je einem Stern markiert. Das Wappen ist mit Girlanden – es sind unterschiedliche Blätter aus der Natur – eingerahmt: Vögel, die als flatternde Tauben erkannt werden können, und eben die schon angeführten Blätter. Damit sind schon die eigentlichen Bezüge zum ursprünglichen Namen Deinhart hergestellt. Das Schwert wird als ein Standessymbol eines Kriegers - eines Gefolgmannes - bezeichnet. Der Stern kann quasi als Auszeichnung angesehen werden. Der Gefolgsmann ist nicht nur in kriegerischen Zeiten von Bedeutung, sondern auch in Zeiten des Friedens. Das Schwert sorgt für Ordnung, für Gerechtigkeit. Deshalb wir auch der Bezug zu den Tauben als Zeichen des Friedens hergestellt. Und die Blätter rund auf den beiden Seitenhälften des Wappen runden den Nahmen als Ehrenbezeichnung ab.

So kann diese Darlegung dem vermutlichen ersten, für den Namen Deinhart eingetragenen, verliehenen oder angenommenen Wappen entsprechen. Überhaupt ist auch festzustellen, dass die frühe Darstellung den damaligen graphischen Vorstellungen entspricht.

Gehen wir der geschichtlichen Etymologie nach, dann hat Deinhart seine Deutung und Bedeutung des Familiennamens vom Vornamen Degenhart.

3.1. Geschichtliche Exkursion zum Namen Deinhart

Der Name Degenhart soll in eine geschichtlichen Exkursion entwickelt werden. Mit dem Untergang des römischen Reiches (395 bis 476 nach Christus und dem letzten römischen Kaiser Romulus Augustus) entwickelte sich der Brauch, Personen mit dem einzigen Namen zu identifizieren. So wurden heidnische (germanische-gotische) Personennamen zu Vornamen. Durch die Taufe und um die Abkehr vom Heidentum zu beschleunigen, wurden auch fremdländische Taufnamen dazu gebraucht, um einzelne Personen voneinander zu unterscheiden. Darum entwickelte sich im Laufe der Zeit die vielfältigsten Formen von Familiennamen, die uns aus den gleichen Vor – oder Taufnamen entstanden sind.
Eine andere Quelle für den Namen bilden Ortschaften oder Personen mit besonderen Auszeichnungen. Mit dem Eigennamen hat sich der Mensch demzufolge sprachliche Zeichen geschaffen, mit deren Hilfe er äußerst ökonomische Wesen die individuelle Einmaligkeit einer Person erfassen und fixieren können.

3.2. Deinhart als "degan" und "hart"

Deinhart liegt einem zweistämmigen Rufnamen zugrunde, der auf einen Bezug mit besonderen Charaktereigenschaften hinweist: „degan“ und „hart“, wobei bei dieser Zweistämmigkeit zum ersten Glied (anlautende) Bestandteile des 2.Gliedes hinzutreten. Diese altgermanischen Namen haben mit Wahrscheinlichkeit ihren Bezug zu „degenhart“. „Degan“ bedeutet so viel wie Krieger, Gefolgsmann, und „hart“ gleich streng.
Forsche ich in den Unterlagen mit Namen nach, dann wird „Deinert“ schon in 742 genannt, „Denehardus“ in 784, „Deinhardus“ in 1217. In 1404 ist Peter Dater und Kaufmann zu Messobrunn erwähnt. Als Schöffe zu Marburg wird 1453 Heinrich Deynhart genannt. In 1559 wird Peter Deinhart als Schlosser zu Hamburg namentlich geführt. Andere Aufzeichnungen führen den Namen Deynhard 1368 oder Deinhart in 1545.
Was will ich damit sagen? Der Name Deinhart reicht nach meinern Recherchen bis ins 8. Jahrhundert. Der Name hatte schon Bezugspunkte in der Zeit Karl des Großen. Und die Namenswurzeln in den folgenden Jahrhunderten bestätigen die lange Tradition dieses Namens.

3.3. Zunächst belegbare Dokumente ab 1800

Nun verlasse ich meinen kurzen Geschichtsausflug und komme schließlich zu den Deinharts in der näheren Vergangenheit. Nachforschungen mit belegbaren Dokumenten bis um 1800 kamen mir zugute. Es fügte sich gut, dass mein Großonkel, der geistliche Rat Peter Deinhart, der Bruder meines Großvaters, in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts Zugang zu kirchlichen Büchern nutzen konnte.
3.4. Daten eines Christenmenschen

In der katholischen Kirche wurden die Daten der Sakramente im Leben eines Christenmenschen im Kirchenbuch eingetragen, wo er getauft wurde (das sog. Taufbuch). Alle weiteren Angaben zu den anderen Sakramenten, ob Erstkommunion, Firmung, Ehe oder Tod, wurden – ganz gleich, wo er wohnte – in dieses Buch aufgenommen. Wenn beispielhaft jemand kirchlich heiratete, mussten die entsprechenden Daten von seiner Taufpfarrei abgerufen werden. Somit wurden die Daten über den weiteren Lebensweg eines Christenmenschen im Laufe der Jahre festgehalten. Aus diesen Büchern entnahm also der Geistliche Rat Peter Deinhart die zentralen Daten unserer Vorfahren und liess diese durch den damaligen Bürgermeister - so auch von Bürgermeister auis Wölkendorf, dem Onkel Reser - beglaubigen.

3.5. Weitere Hinweise zum kirchlichen Festkreis

Im übrigen lohnt es sich, in Ergänzung zu meinen Hinweisen im Wölkendorfer Buch das Kirchliche im Festkreis des Kirchenjahres zu lesen. (Urban 134-150). Ich selbst habe die Sammlungen im Herbst noch miterlebt, die sog. "Webersteuer", als Getreide und Kartoffel gespendet wurden. (Vgl. Urban 139 f).
Durchaus stolz bin ich, dass mein Großonkel, Peter Deinhart, ein Jahr vor seiner Priesterweihe in 1900 die Gründung des Bauernvereins verwirklicht wissen wollte, "dessen Ziel die Förderung der Standesinteressen auf christlicher Grundlage" war. (Urban 143)
Bei den Festen im Kirchenjahr ist bei der Karwoche zu ergänzen, dass nach dem Gottesdienst am Gründonnerstag bis zur Osternacht alle Glocken schwiegen, auch die der Wölkendorfer Kapelle. Stattdessen hatten zu meiner Jugendzeit alle schulpflichtigen Burschen die Aufgabe, zu den Zeiten (morgens um 6.00 Uhr, mittags um 12.00 und abends um 18.00 Uhr) mit dem Glöppern an den Engel des Herrn zu erinnern. Dafür durften die Burschen am Karsamstag ihren "Lohn" der Arbeit durch Spenden in Form von Eiern von den einzelnen Hausgemeinschaften einsammeln.
Und schließlich noch ein Hinweis zum St. Wolfgangs-Amt (Urban 150). In der Zeit, als mein Großonkel noch lebte, nutzte er die Gelegenheit, zu diesem Zeitpunkt des Wolfgangfestes in Wölkendorf zu weilen. Da die Bauern ihre Ernte eingefahren hatten, nutzten sie die Zeit, Gott die Ehre zu geben Mein Großonkel war gerne bereit, Gottesdienste in Wölkendorf zu halten. Denn er ersparte damit auch seinen Wölkendorfern den Gang zur Kirche nach Stadelhofen.



4. Acht Generationen in über 200 Jahren

Für die ersten drei Generationen des 19. Jahrhunderten liegen nur wenige Dokumente vor. Erst mit der 4. Generation dieses Jahrhunderts, also ab 1875, verfügen wir auch über konkrete Erfahrungen unserer Vorfahren. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden unsere Eltern sowie die Onkel und Tanten geboren. Sie prägten mit konkreten Geschichten wesentlich die Familiengeschichte. Alle, die den Namen Deinhart trugen, wuchsen im Ort Wölkendorf, Hausnummer 13, auf.

In diesem Punkt stehe ich jedoch im Widerspruch zu der Grundsteuerkataster von 2874 (vgl. Urban, Wölkendorf 160 ff). Zum "Haus Nr. 13 (Die Wölfen), Plan 22" steht: "Bauer Wolfgang Herbst - ein Söldengut - Wohnhaus mit Stall,Scheuer, Schweinestall, Kellerhaus und Hofraum - Garten an der Gasse und vor dem Haus". Denn ich verfüge zumindest über belegbare Dokumente, dass es Deinhart schon um 1800 in Nr. 13 gab. (Anmerkung: Hier will ich weiterforschen, um Aufklärung in dieser Angelegenheit noch zu bekommen).

4.1 Die Deinharts aus dem 19. Jahrhundert

4.1.1. Georg und Eva Deinhart um 1800
Der erste Hinweis Befund aus dem Hof der Deinharts ist das Ehepaar Georg und Eva, geborene Hofmann. Aus dieser Beziehung kam der Hofbauer Matthäus Deinhart hervor. Sein Geburtsdatum ist der 13. März 1798. Seine um ein Jahr jüngere Frau Margarethe Dörfler wurde am 3. Oktober 1799 in Buckendorf geboren. Übrigens, ihr Mädchenname Dörfler wird später noch eine größere Rolle im 20. Jahrhundert spielen.

4.1.2.Margarethe und Matthäus Deinhart ab 1825
Margarethe und Matthäus Deinhart schlossen ihre Ehe am 14. Februar 1825. Aus den vorliegenden Dokumenten ist ersichtlich, dass 11 Jahre später der Georg Deinhart – am 17. August 1836 – geboren wurde.

Dokument Trauzeugnis

Wieviele Geschwister Matthäus hatte, ist mir nicht bekannt. Eine weitere Urkunde belegt jedoch, dass Georg Deinhart eine Schwester Anna hatte. Diese war in Wölkendorf mit Andreas Eberlein verheiratet. Persönlich weiß ich von meinem Vater, dass er von der weitläufigen Verwandtschaft zu den Eberleins sprach, ohne dass er sich genauer äußerte.

4.1.3.Georg und Margaretha Deinhart ab 1865
Die zweite Generation der Deinharts im 19. Jahrhundert beginnt mit Georg Deinhart. Er wurde am 17. August 1836 in Wölkendorf geboren. Er heiratete im Alter von 29 Jahren am 15. März 1865 die Schäfertochter Margaretha Hahn aus Sachsendorf. Sie wurde am 15. März 1842 geboren.

Dokument Trauzeugnis

Dokument Tauf-Zeugnis von Margarete Hahn

In dieser Generation stirbt Georg Deinhart schon im Alter von erst 61 Jahren am 28. September 1897 in Wölkendorf. Seine Frau führte den Hof zunächst alleine weiter. Gott sei Dank hatte im Jahr zuvor der Sohn Georg Deinhart geheiratet, der dann sehr bald den Hof übernahm. Die Witwe Margaretha übernahm dann später die Haushälterintätigkeit bei ihrem Sohn Peter, der inzwischen als Pfarrer in Bischberg bei Bamberg wirkte. Margaretha Deinhart starb dann im Alter von 83 Jahren am 29. März 1925 in Bischberg. Die Grabsteine auf dem Stadelhofer Friedhof belegen, dass das Ehepaar in zwei verschiedenen Gräbern ihre letzte Ruhestätten fanden.

Dokument Bild von Georg D. in Stadelhofen

Dokument Bild vom Grab Margaretha in Stadelhofen.

Als Kind habe ich - wie es in meiner Kinderzeit Brauch war - nach dem Gottesdienst oft vor dem Grab der Margareta Deinhart gebetet. Als Junge konnte ich jedoch nicht nachvollziehen, dass dies meine Urgroßmutter war.
Am Grab des Georg Deinhart verstand ich auch nicht, warum es gleich drei Georg Deinhart gab. Aus Gesprächen konnte ich die Lösung finden: Georg Deinhart ist zum einen der Ehemann von Margarete Deinhart (siehe Bild oben). Zum anderen gingen aus der gemeinsamen Ehe gingen zwei Sohne hervor: unser Großvater Georg Deinhart und der sog. „Vetter Klaner“, der ebenfalls den Namen Georg trug. Alle drei Georgs ruhten in einem Grab.

Dass Margaretha Deinhart in Bischberg starb, ist auf dem Umstand zurückzuführen, dass sie als Priestermutter und Witwe – ihr Mann verstarb schon 1897 – den Haushalt ihres Sohnes Peter in Bischberg führte. Als Tote wurde sie nach Stadelhofen überführt und fand ihre letzte Ruhestätte in einem eigenen Grab.

4.2 Die Deinharts ab 1875
4.2.1. Nochmals Georg und Margaretha Deinhart
Erstmals sind von dieser Familie unserer Vorfahren alle Kinder erfasst. Aus der Ehe von Georg und Margareta Deinhart gingen sechs Kinder: Peter, der spätere Priester , die große Barbara, die kleine Barbara, Georg – genannt „Vetter Klaner“, Elisabeth und Georg, der spätere Erbhofbauer, hervor. Geschwister mit dem gleichen Vornamen ist vom Vornamen ihrer Taufpaten her zu verstehen.

4.2.2. Unsere Großeltern Georg und Helene Deinhart ab 1896
Unser Großvater Georg ist am 30. Mai 1870 geboren, seine Frau – unsere Großmutter - Helene, eine geborene Dörfler aus Wölkendorf, am 31. März 1872. Sie heirateten am 18. Oktober 1896 in Stadelhofen.

Dokument Heiratsurkunde

Ob die Großeltern sofort den elterlichen Betrieb übernehmen konnten, ist nicht bekannt. Die jedoch junge Familie musste sofort die volle Verantwortung übernehmen, da der Vater der Familie, Georg Deinhart, schon ein Jahr nach der Hochzeit seines Sohnes im Alter von 61 Jahren starb.

Bild des Großvaters und der Großmutter vom 1. Deinhart-Treffen

Unser Großvater übernahm die Aufgabe, das Elternhaus neu zu bauen. Dort, wo es heute noch steht, ist erkennbar, dass riesige Steinquader die Grundmauern umfasst. Im Haus selbst ist nur ein kleiner Keller vorhanden. Über die zwei Theorien wurde schon gesprochen: Man brauchte keinen Keller oder es konnte kein Keller errichtet werden. Die letztere Version ist richtig. Das Elternhaus steht auf einem Felsenstein. Um die Jahrhundertwende war es zu kostspielig und zu arbeitsintensiv, Felsen zu sprengen. Die Annahme für diese These wurde durch den Bau der Mistgrube Ende der 40-ziger Jahre bestätigt. Um die Grube mit einem Jauchegrube anfertigen zu können, musste der Felsen gesprengt werden.
Unser Großvater wurde nur 46 Jahre alt – er starb in 1918 an den Folgen einer Lungenentzündung. Seine Frau musste den frühen Tod ihres Mannes, die alleinige Verantwortung für Familie und Bauernhof, den Tod ihres im Krieg gefallenen Sohnes bei Moskau und die schwere Verletzung ihres Sohnes Josef verkraften. Unsere Großmutter starb mit 70 Jahren am 21. November 1942.
Einige Ereignisse aus der Zeit unserer Großeltern soll näher beschrieben werden. Sie geben einen Einblick in das Geschehen unserer Großeltern. Es geht also um eine Zeit vor ca einem Jahrhundert.

Der Großonkel – der geistliche Rat Peter Deinhart 1875-1959
Eine der 6 Kinder von Georg und Margarethe Deinhart war Peter Deinhart. Er erblickte als 5. Kind am 4. Oktober 1875 das Licht der Welt. Von seinem schulischen Weg wissen wir, dass er nach der Volksschule seine Gymnasialzeit im Aufseßianum zu Bamberg absolvierte.

Dokument Heiratsurkunde Georg und Margarethe Deinhart

Peter Deinhart beginnt 1896 mit 21 Jahren das Studium der Theologie in Bamberg. Überraschend stirbt ein Jahr später sein Vater im September 1897 im Alter von 46 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung. Da das Studium finanziert werden musste, ist zu erahnen, welch finanzielle Belastungen auf seine Familie zukam. Um so größer war die Freude zur Priesterweihe und Primiz unseres Großonkels in 1901. Peter Deinhart wurde am 28. Juli 1901 im hohen Dom zu Bamberg zum Priester geweiht.
Das erste heilige Messopfer des neugeweihten Priesters in seiner Pfarrgemeinde war das große Ereignis.

Primizbild vom Onkel Peter

Davon zeugt auch die Primizpredigt des Wölkendorfer Priesters Dr. Heidenreich, einem Verwandten der Rauchs aus Wölkendorf. Sie gibt Zeugnis über die Denkweise und Haltung zum Priester in der damaligen Zeit. Sie nimmt auch Bezug zur Situation, dass diese Feier ohne den Vater des Primizianten stattfinden musste. Hier nimmt der Prediger auch Bezug: „Freilich, ich weiß wohl, Ihre Festesfreude, mein lieber Mitbruder, ist getrübt, weil Ihr guter Vater nicht mehr unter uns weilt. Betrüben Sie sich nicht, weinen Sie nicht; es war so der hl. Wille Gottes; und wir hoffen, dass Ihr verstorbener Vater heute im Himmel an Ihrer Freude, als die Erde bieten kann.“

Dokument: 16 seitige Predigt

Der Großonkel verbrachte seine Kaplansjahre in Wartenfels, Seßlach und Bamberg (St.Martin). Nach einjährigem Wirken als Pfarrvikar von Neundorf folgte ein Jahrzehnt Kuratietätigkeit in Reichmannsdorf. Vom 1. Mai 1919 bis 30. September 1946 amtierte Geistlicher Rat Peter Deinhart als Pfarrer in Bischberg bei Bamberg.

Dokument: Bild vor dem Pfarrhaus in Bischberg.

Zum Geistlichen Rat Peter Deinhart und zu seiner Tätigkeit in Bischberg heißt es: „Als der seeleneifrige, gute Hirte seiner Gemeinde war er, selbst einfach und bescheiden, stets auch ein Freund und Helfer der Armen. Immer hatte er ein Herz für die Sorgen und Nöte seiner Pfarrkinder.“ - „Jedermann konnte mit all seinen Sorgen sich an ihn wenden, „für jeden hatte er ein offenes Ohr, einen guten Rat, eine helfende Hand und, wenn es sein musste, ein auf den rechten Weg führendes Wort.“

Dokument: Zum Tode von Geistlichen Rat Peter Deinahrt
Volksblatt und Fänkisches Blatt

Seit 1. Oktober 1946 hatte sich der Großonkel nach Höchstadt/Aisch zurückgezogen, um auch dort als Benefizverweser soweit als möglich noch pastorale Aushilfe zu leisten. Am 16. Oktober 1959 gab er sein Leben in Gottes Hand zurück. Seine letzte Ruhestätte fand als – er ist ja auch seit 1946 Ehrenbürger von Bischberg – auf dem Friedhof in Bischberg.

Todesanzeige
Sterbebild
Bild vom Grab


Einige Anekdoten über den Geistlichen Rat Peter Deinhart
Beim Deinharts-Treffen wurden einige Geschichten zu Protokoll gegeben:

  • Henriette Möhrlein – die Tochter von Tante Doreth und Onkel Reser – besuchte Anfang der 50ziger Jahre des 20. Jahrhundert zusammen mit meiner Schwester Helene den Onkel Peter bei seinem Ruhesitz in Höchstadt. Der Großonkel war so erfreut über den Besuch der beiden Großnichten, dass er ihnen das Essen bezahlte und dazu noch DM 50.—mitgab. Fünfzig DM waren zu der damaligen Zeit viel Geld.
  • Mein Bruder Hans hatte 1944 den Onkel Peter in Wattendorf – auf halbem Weg von Kümmel her – abgeholt. Hans verpasste jedoch auf dem Rückweg nach Wölkendorf den gewohnten Weg und statt im Buch auf Wölkendorf zuzugehen kam er mit Onkel Peter ca einen halben Kilometer entfernt am Pfaffendorfer Weg aus den Wald. Über diese „Schlechtleistung“ handelte sich Hans einen Tadel vom Vater ein.
  • Onkel Peter war Anfang des Jahres 1944 zu Besuch in Wölkendorf. Er be-suchte meine Mutter, die mit mir schwanger war. Da er Taufpate werden sollte, pflegte mein Onkel das Prinzip: Er stattete als Taufpate der schwangeren Frau einen Besuch ab.
  • Onkel Peter war für gewöhnlich einmal im Jahr in seinem Heimatdorf Wölkendorf. Es war die Zeit im Oktober, wenn die Bauern ihre Ernte abgeschlossen hatten, da hatten die Bauern eher Zeit zur Teilnahme an einem Gottesdienst. Mein Bruder Michael hatte damals die einmalige Chance, in Wölkendorf bei der Messe Messdiener zu sein. So lernte bei unserem Großonkel das Confiteor (Schuldbekenntnis) auf Latein und bestand somit die Aufnahmeprüfung als Ministrant. Denn die Wölkendorfer Buben hatten zu der damaligen Zeit keine Chance, Ministrant in der Pfarrkirche in Stadelhofen zu werden.
  • Eine Großnichte vom Onkel Peter, somit ein Enkelkind der kleinen Barbara, ist Barbara Griebel, geborene Landvogt. Sie gibt ein Zitat von unserem Großonkel zu den Müttern zum Besten: „Es gibt keine Hexen, sondern nur Menschen mit einem 7. Sinn.“
  • Ein anderer Großneffe, Peter Landvogt, erzählte, dass er als 13-jähriger bei seinem Großonkel gebeichtet habe. Für den Großneffen dauerte die Beichte eine Ewigkeit. „Einmal und nie wieder beichte ich bei ihn“ war kurz und knapp seine Aussagen.
  • Hermanns Geschichte mit dem Weihwasser

Die Großtanten – die große (1866-1946 ) und kleine Barbara (1878-1940)
Beginnen will ich mit den Ort Kümmel, der für die beiden Barbaras eine zentrale Bedeutung hatte. Beide Barbaras, geboren in Wölkendorf, waren in Kümmel verheiratet. Zu den beiden Barbaras pflegten die Wölkendorfer Deinharts gute Beziehungen. Es gibt viele Geschichten von Besuchen in Kümmel. Neben der Pflege der verwandtschaftlichen Beziehungen spielte das Kümmler Obst eine wichtige Rolle.
Zum Ort Kümmel ist an dieser Stelle zu sagen: Kümmel liegt zwar im fränkischen Jura, doch das Dorf hat einen klimatisch geschützten Standort. Kümmel liegt zu Wölkendorf und seiner Umgebung um ca 50 Meter tiefer. Dieser Ort ist somit geschützter vor Frösten. Wir Wölkendorfer haben es jedenfalls – und wahrscheinlich auch unsere Vorfahren – in den 50-ziger Jahren des 20. Jahrhunderts erfahren und erlebt: Ob Kirschen, Äpfel, Zwetschgen oder Nüsse, alles dies waren gute Produkte aus Kümmel. Am Berghang des Ortes Kümmel sind viele Obstbäume gepflanzt. Über Jahre bildete unsere Nachspeise in den Wintermonaten die Twetschgen aus Kümmel, die bei uns in Wölkendorf im Backofen nach dem Brotbacken getrocknet wurden. Oder die vielen Säcke an Äpfel, die von Kümmel nach Wölkendorf transportiert wurden. Oder die großen Kirschen, die unser Herz erfreuten, wenn sie in Kümmel gepflückt wurden.

Dokument: die Landkarte Ort Kümmel und Umgebung
Warum zweimal Barbara in der Familie und welche Bedeutung hat Kümmel?
Unser Urgroßvater hatte zwei Geschwister mit dem gleichen Namen Barbara: Die große Barbara, geb. am 3. Juni 1866 und die 12 Jahre jüngere, kleine Barbara, geb. am 10. Juli 1878.
Zwei Sachverhalte bewegten mich, Nachforschungen zu diesen beiden Barbaras anzustellen: Warum gibt es in einer Familie zweimal den Namen Barbara? Und wie konnte es dazu kommen, dass beide in Kümmel verheiratet waren? Bei unserem Familientreffen habe ich die notwendigen Antworten erhalten.
Zunächst zum Namen der kleinen und großen Barbara: Früher war es grundsätzlich so, dass der Taufpate dem Taufkind seinen Namen mitgab. Beide Barbaras hatten eine Taufpatin mit dem Namen Barbara. Als nun die zweite Barbara getauft wurde und man zwei gleiche Namen man in der Familie hatte, wurde kurzerhand das ältere Mädchen die „große Barbara“, die um 12 Jahre jüngere Barbara die „kleine Barbara“ genannt.
Und welchen Bezug hatten die Barbaras zu Kümmel? Beide waren dort verheiratet. Früher war es üblich, dass die Geschwister aus einer Bauernfamilie – wenn sie nicht woanders einem Beruf nachgingen – sich als Knechte oder Mägde ihren Lebensunterhalt verdienten. So war es auch bei den beiden Barbaras. Und die Mägde, die auf anderen Bauernhöfen ihre Logie und Kost sich verdienten, hatten wenig Zeit zum Freiern. Da kam ihnen Viehhändler zugute, die bei den Bauern Vieh aufkauften bzw. Vieh verkauften. Sie waren es, die wussten, wo z.B. jemand als Mann oder Frau auf einem Bauernhof gesucht wurde. So war es einer dieser Viehhändler, der praktisch die beiden Barbaras nach Kümmel „verschmuschte“. Dies ist jedenfalls ein Zeugnis der Enkelin und Namenspatronin Barbara Griebel von der großen Barbara.
Die große Barbara hat ihre Nachkommen in Kümmel, bei den sog. „Öberen“

Sterbebild der Barbara und das Haus der Barbara 2001
Die große Barbara
Von Verwandten der großen Barbara erhielt ist genaue Daten für diese Familiengeschichte:
Am 16.Juni 1888 heiratete die große Barbara den Landwirt Johann Landvogt. Er wurde am 10.April 1862 geboren und verstarb am 21. März 1935. Barbara schenkte 10 Kindern das Leben:
Peter wurde als 1. Kind am 17. April 1890 geboren und verstarb mit 75 Jahren am 24. Mai 1965 in Pausdorf.
Das 2. Kind Margaretha wurde am 23. Dezember 1891 geboren und verstarb mit 85 Jahren am 17. September 1977 in Kleukeim.
Der Jakob wurde am 16. September 1893 geboren und verstarb am 5. Dezember 1915 an den Folgen einer Kriegsverletzung im 1. Weltkrieg im Lazarett in Köln.
Die 2. Tochter Elisabeth wurde am 24.Februar 1896 geboren und war Ordensschwester und verstarb in Niederbronn im Elsass am 6. November 1960.
Barbare wurde am 15. Januar 1899 geboren und verstarb mit 85 Jahren am 15. Juni 1984 in Staffelstein.
Annae wurde am 23. Dezember 1900 geboren und verstarb mit 86 Jahren am 3. August 1986 in Untertrubach.
Georg, der Erbhofbauer, wurde am 26. März 1902 geboren und verstarb am 26.Juni 1961 in Kümmel.
Magdalena wurde am 24. November 1904 gehorben und verstarb am 6. Juni 1970 in Kleuheim.
Sabrina wurde am 8. Mai 1906 geboren, lebte in Bamberg und verstarb am 15.Juli 1978 .
Das letzte von 10 Kinder, Margaretha, wurde am 8. Mai 1908 geboren und verstarb am 15.Mai 1984 in Untertrubach.
Hinweise der Eltern zu den "Öbern"
Die Geschwister wie auch die nachfolgende Generation pflegten untereinander gute Kontakte. So war Kümmel immer im Herbst ein Besuch wert, weil dort es Obst in Hülle und Fülle gab.
Meine Eltern pflegten auch Kontakt zu den Verwandten in Untertrubach. Denn in den 50ziger und 60-ziger Jahren war im Frühjahr mein Vater unterwegs und kaufte junge Gänse in dieser Gegend.
Als Kinder hatten wir in Kümmel mit Georg mit seiner Frau Margaretha geborne Hof Kontakt, natürlich mehr mit der Tante Margaretha. Aus dieser Ehe gingen die Kinder Babette, Simon, Pankraz, Peter und Maria hervor. Und nicht nur die Eltern, sondern auch wir Kinder erfuhren immer wieder die große Untestützung in meiner Familie durch Babette, die bis Anfang der 50ziger Jahre immer bei uns aushalf, wenn sich Nachwuchs einstellte. Damals gab es von ihr ein geflügeltes Wort: Sie werde mit Wahrscheinlichkeit nicht so viele Kinder haben. Ihr Arragement endete dann, als Babette ihren Jakob Griebel heiratete. Und was ihre Wahrscheinlichkeitsaussage betraf: Sie hat noch mehr Kinder als ihre Tante bekommen.
Die kleine Barbara
Die 12 Jahre jüngere Barbara war auch in Kümmel mit Josef Hornung, geb.16.08.1867, gestorben am 01.09.1934, verheiratet. Aus dieser Verbindung wurden zwei Söhne geboren: Peter und Georg Hornung. Der Erbhofbauer Peter wurde am 11.März 1903 geboren. Er war mit Paulina - ihr Geburtsname war auch ein Hornung - verheiratet. Aus dieser Ehe gingen 5 Kinder hervor: Rudi, Loren, Maria, Resi, Karola und Wolfgang. Peter Hornung wurde am 21.Dezember 1905 geboren und war mit Theresia, geborene Kunzelmann, verheiratet. Georg, genannt "Onkel Schorsch", war beim Bauernververband und hatte über viele Jahre die Schederndorfer Jagd. Aus dieser Ehe gingen 3 Töchter hervor, Elfriede, die tödlich verunglückte, sowie Monika und Barbara. Georg Hornung verstarb ab 6.Juli 1966.
Hinweise der Eltern zu den "Üntern"
Gemeinsam mit den Öbern war das Sammeln von Obst nicht nur im Herbst, sondern auch die guten saftigen Kirschen im Juni. Von daher wurde in Kümmel auch guter Schnaps gebrannt.
Mein Vater war der Taufpate von Wolfgang, und umgekehrt war Peter Hornung der Taufpate meines Bruders Wolfgang.

Das Bild zweier Geschwister im fortgeschrittenem Alter und das Haus der kleinen Barbara 2001.- außerdem Sterbebild und Grabstein von Barbara und Josef Hornung.



Der Vetter Klaner und die Elisabeth
Vom Bruder und der Schwester unseres Großvaters ist wenig bekannt. Der Vetter „Klaner“, wie er genannt wurde, lebte als Junggeselle in seinem Elternhaus bis zu seinem Tod. Er hatte offensichtlich eine Körperbehinderung von Geburt an (einen Buckel), die es ihm nicht möglich machte, weder einen Beruf zu erlernen noch sich verheiraten zu lassen. Er hatte in Wölkendorf in der oberen Kammer, hinten links, sein Zimmer.
Seine Großneffen wissen zu berichten, dass der Vetter Klaner sehr gebildet gewesen sein muss.
Von der Elisabeth Deinhart ist durch ihre Todesanzeige bekannt, dass sie bei ihrem Bruder Peter Pfarrhaushälterin bis zu ihrem Tod am 12. März 1919 war.

Sterbe-Bild von Elisabeth und Georg Deinhart

Das Haus auf Felsen gebaut – seit über 100 Jahren
Das Elternhaus ist vor etwas mehr als 100 Jahren gebaut worden. Betrachten wir das Haus Nr. 13, dann fällt auf, dass das Haus auf einem Felsen gebaut ist. Entscheidende Hinweise hierfür bilden die Tatsache, dass das Haus nur über einen kleinen Keller verfügt und die Quadersteine auf Felsen gesetzt sind.
Man kann das heute überhaupt nicht mehr so richtig vorstellen, wie früher Kartoffeln, Gemüse oder Obst über den Winter gelagert wurden. Es wurde ein Erdloch ausgegraben. Hierein wurden dann die Früchte des Feldes auf Stroh gelegt, mit Stroh zugecket und zuletzt mit einer 30 cm hohen Erdschicht zugeschüttet. Zu diesem Mittel mussten unsere Großeltern greifen, auch mit den Neubau des Hauses um 1900, da das Haus nur über einen kleinen Keller verfügte.
Die Frage ist an dieser Stelle berechtigt, warum auch das neue Haus nur mit einem kleinen Keller versehen war. Die Großeltern verfügten offensichtlich mit ihren 8 ha Ackerland und 4 ha Wald nicht über die finanziellen Möglichkeiten, einen Felsen durch Sprengen abzutragen. Also fertigte man den Neubau des Hauses einfach auf einen Felsen, und dort wo der Ansatz eines Kellers möglich war, wurde er entsprechend genutzt.
Meine Sichtweise wurde ca 50 Jahre später durch den Bau einer Jauchgegrube bestätigt. Es musste eine funktionstüchtige Mist- und Jauchegrube zu errichtet wer-den. Es musste zwischen dem Wohnhaus und einem großen Kastanienbaum – er stand direkt an der Durchfahrtsstraße – etwa 10 m vom Haus entfenrt - eine Grube errichtet werden. Wieder war der Felsen ein Problem. Da dies mit Handarbeit nur Schwerstarbeit war und dies so einfach nicht zu leisten war, mussten Teile des Felsen abgesprengt werden, um ca 2 Meter tief in den Boden gehen zu können.
Das Haus Deinhart, auf Felsen gebaut, ist also im tatsächlichen Sinn gegeben. Die Fundamente der Hauswände ruhen auf Felsen. Einerseits spricht dies für Stabilität des Hauses, andererseits natürlich ist aber keine entsprechende Abdichtung für den Boden im Erdgeschoss vorgenommen worden. Dies hat Feuchtigkeit im Fußboden und auch bei den Quadersteinen zur Folge.
Viel wichtiger ist, das Haus Deinhart – auf Felsen gebaut – weiter zu betrachten. Hierauf werde ich bei den Eltern und Verwandten noch später zu sprechen kommen.

Hausbau und der erste Kunstdünger
Unser Großvater Georg Deinhart musste sehr schnell die Geschicke des Hofes übernehmen. Es war nicht einmal ein Jahr verheiratet, also plötzlich sein Vater im September 1897 verstarb.
Eine erste Hinterlassenschaft war der Neubau um die Jahrhundertwende. Eine zweiter wichtiger Bezugspunkt bildete war die Einführung des Kunstdüngers (Thomasmehl) in Wölkendorf.
Der Hausbau auf dem steinigen Felsenjura an heutigen Standort mit seinen zwei Stockwerken und einem Dach als Getreidespeicher war für die damaligen Verhältnisse beachtliche Leistung.
Eine zweite Komponente ist für Georg Deinhart von Bedeutung. In Deutschland hielt der Kunstdünger (Thomasmehl) Einzug. Im fränkischen Jura mussten die Bauern der Scholle alles abtrotzen, um einigermassen ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Dank des Kunstdüngers konnte der Ertrag der Enrte wesentlich gesteigert werden.
Zu diesem Thema Kunstdünger will ich eine Erläuterung geben: Wie an anderer Stelle schon dargestellt, hatte der Großvater zwei Schwestern, die beide in Kümmel verheiratet waren. Da die Deinhart schon immer verwandtschaftliche Beziehungen pflegten, besuchte man sich immer wieder gegenseitig. Der Großvater war im September 1897 wieder einmal bei seinen Schwestern in Kümmel. Er kam völlig durchnässt nach Wölkendorf zurück. Die Folge war eine schwere Lungenentzündung, von der er sich nicht mehr erholte. Er starb im September 1897. Seine Frau Helene - unsere Großmutter - erzählte später ihren Enkelkindern, in welch großer Not sie nach dem Tod ihres Mannes war. Ihr Mann hatte den Bauen im Dorf Kunstdünger geliehen, um nach erfolgter Ernte entweder Getreide oder Geld für den Kunstdünger zurück zu bekommen. Als nun plötzlich ihr Mann tot war, verfügte sie nur über mündliche Hinweise von ihrem Mann, wer wieviel Kunstdünger erhalten hat. Doch die schuldigen Bauern erinnerten sich nicht mehr, dass sie Kunstdünger auf Pump erhielten. Es gab hierzu keine schriftliche Vereinbarung.
So macht diese Geschichte ein zweifaches deutlich: Unser Großvater war Neuem aufgeschlossen. Er nutzte das natürliche Gold zur Steigerung des Ertrages der Ernte. Er musste aber auch einiges Geld investieren, um mehr Ertrag aus dem kargen Juraboden herauszuholen. Dabei setzte er auf das Risiko. Er setzt jedoch auch auf das Vertreuen zu seinen Mitbauern im Dorf. Er verlieh praktisch den Kunstdünger auf sein Wort hin. Als er nun tot war und seine Frau um den geliehenen Kunstdünger wusste, hat das Wort des Verstorbenen keine Bedeutung mehr gehabt. Unsere Großmutter konnte, da sie nur das Wort ihres Mannes hatte, die Kosten für den ausgegebenen Kunstdünger nur bedingt einfordern. Hier half ihr ältester Sohn Johann. Aber für die Großmutter als Witwe in jungen Jahr war es trotzdem eine schwere Erfahrung, da sie ja noch 4 unmündige Kinder zu versorgen hatte.


4.2 Die Deinharts ab 1900

Der Onkel Hans (1896-1986)
Onkel Hans (hier verweise ich natürlich auch auf das Wölkendorfer-Buch, S.220 bis 222) war der Erstgeborene von 7 Kindern der Eheleute Georg und Helene Deinhart. Sein Geburtstag ist der 3.Dezember 1896. Da er ein guter Schüler war, absolvierte er das Ottonianum von 1909 bis 1917 im Bamberg und erreichte mitten im 1. Weltkrieg das Abitur. Sogleich wurde er als Soldaten eingezogen und war an der Westfront und in Rumänien eingesetzt. Nach der Rückkehr aus dem Krieg begann er im Wintersemester 1920/21 mit der Unterstützung seines Onkels Peter Deinhart das Studium der Rechtswissenschaften an der Julius Maximilian-Unversität in Würzburg. Noch in der ersten Phase seines Studiums promovierte er zum Dr. Jur. mit seiner Dissertation "Das Vergehen der üblichen Nachrede § 186 RStGB".(Die Doktor-Arbeit wurde am 3. August 1921 eingereicht)
In seiner beruflichen Laufbahn entschied sich Onkel Hans für den Weg bei der Post, zunächst bei der bayerischen Reichspost, dann bei der Deutschen Bundespost. Seine Stationen waren Bamberg, Nürnberg, Frankfurt, Braunschweig und Bonn. Seine Beamtenlaufbahn führte über die bayerische Reichspost zur Deutschen Bundespost bis hin in die höchsten politischen Ämtern. Onkel Hans war in der letzten Phase seiner beruflichen Tätigkeit einer der drei Ministerialdirigenten im Bundespostministerium, die nach dem Postminister kamen.
Onkel Hans heiratete am 5.Mai 1928 seine Frau Elisabeth (Tante Liesl). Aus der Ehe gingen die Kinder Wolfgang (geb. am 6.Februar 1929), Hermann (geboren am 4. Dezember 1931) und Edeltraud (geboren am 17. Januar 1935) hervor.

Hochzeitbild und Bild von den drei Brüdern

Aus dem Leben vom Onkel Hans und Tante Liesl sollen zwei Sachen benannt werden:
Am Ende des Krieges und einige Zeit nach der Nachkriegszeit war die Tante Liesl mit ihren Kindern nach Wölkendorf evakuiert. Sie wohnten im 1.Stockwerk des ehemaligen Milchhauses bei der Familie Rauch.
Den Lebensabend verbrachten Onkel Hans und Tante Liesl in Eichstätt. Onkel Hans verstarb am 25.April 1986 89 jährig, Tante Liesl am 14. Juli 1992 im Alter von 86 Jahren. Beide haben ihre letzte Ruhestätte in Eichstätt gefunden.
Edeltraud verstarb am............im Alter von ................

Sterbebild vom Onkel Hans und Tante Liesl

Margaretha (1900-1922)
Das 2. Kind der Eheleute Georg und Helene Deinhart war Margaretha. Sie wurde am 31. Juli 1900 geboren, war Mitglied des III. Ordens – einer Laienbewegung der damaligen Zeit - und starb im Alter von 22 Jahren am 6. September 1922. Näheres ist nichts bekannt.

Sterbebild von Margareta


Tante Doreth (1904-1984)
Tante Doreth (Dorothea) wurde am 3. Januar 1904 geboren. Sie heiratete Andreas Weidner aus Wölkendorf (Onkel Reser) in 1933.

Hochzeitsfoto vom Onkel Reser und Tante Doreth

Aus der Ehe von Tante Doreth und Onkel Reser gingen drei Kinder hervor:
Kunigunde, Gerhard und Henriette.
Kunigunde wurde am 31. Oktober 1934 geboren. Im jugendlichen Alter von 19 Jahren starb sie an den Folgen einer Stirnhautentzündung.
Gerhard erblickte am 19. Juni 1937 das Licht der Welt, sein Leben gab er in Gottes Hand am 19. April 1984 zurück.

Eltern Wolfgang (1908-1990)und Maria (1908-1987)Deinhart
Unser Vater Wolfgang, geboren am 25. März 1908, wurde als 4. Kind geboren. Er war als der Erbhofbauer vorgesehen. Er heiratete am 15. Februar 1935 die Gastwirtschaftstochter Maria Will aus Wölkendorf.
Aus dieser Ehe gingen neun Kinder, acht Söhne und eine Tochter hervor.
Die Eltern erwarben das Grundstück zwischen Scheune und dem Garten der Dörfler käuflich ein Grundstück, um mehr Fläche auf dem Hof zu haben. In ihrer Zeit wurde in den 30iger Jahre die Jauchegrube gebaut, und in den 50ziger Jahren zur Scheune im rechten Winkel ein unterkellertes Wirtschaftsgebäude mit Schweinestall und Scheune.
1980 wurde der Hof an den jüngsten der Geschwister, an Georg mit seiner Frau Elfriede übertragen.
Die Eltern verbrachten ihren Lebensabend in Wölkendorf. Unsere Mutter verstarb plötzlich nach einer starken Erkältung am 25. Januar 1987 im Scheßlitzer Krankenhaus. Unser Vater wollte eigentlich das Jahr 1990 gut beenden. Offensichtlich hatte er am 2. Weihnachtsfeiertag einen leichten Schlaganfall. An Silvester wollte Elfriede ihn um 20.00 Uhr ins Bett bringen. Er wollte an diesem Tag um diese Zeit noch nicht um diese Uhrzeit das Jahr beenden. An Silvester bleibt man länger auf. Als sie ihn dann um 22.30 Uhr ins Bett brachte, sackte er auf auf der vorletzten Stufe der Treppe zusammen. Man brachte ihn die paar Meter in sein Bett und rief den Notarzt. Dieser konnte jedoch nur den Tod feststellen. So starb der Vater am letzten Tag des Jahres 1990.

Der Onkel Josef
Onkel Josef wurde als letztes Kiner der Eheleute Georg und Helene Deinhart am 31. August 1910 in Wölkendorf geboren. Er absolvierte an der dortigen katholischen Volksschule seine 7 Klassen. Anschließend wirkte er als Knecht auf einem Bauernhof in Schederndorf.
Sein Bruder Hans wie auch sein Cousin Georg Hornung aus Bamberg sorgten dafür, dass er sich beruflich ausbilden konnte. So absolvierte er die Winterlandwirtschaftsschule im Kloster Plankstetten bei Berlngries. Sein Bruder Hans Initiative war es, dass Onkel  Josef nach München kommen konnte, damals auf die Empfehlung von Dr. Dürwächter aus Bamberg, einem Freund von seinem Bruder Hans. So war er nach seiner Ausbildung als Zuchtwart im Rottal tätig. Neben seiner beruflichen Tätigkeit entwickelte er auch eine Liebe zur Kavallerie / Reitertruppe des Militärs. So war er des öfteren Besucher der Pferderennen in München Dagelfing.
Und dann kam der 2. Weltkrieg. Onkel Josef wurde in den Krieg eingezogen und war in der Kavallerie eingesetzt.
Während des Krieges heiratete er Vera Deinhart, geborene Herrmann, die aus Buttenheim / Forchheim stammte.
Auf der Halbinsel Krim, Nähe Sewastopol wurde er verletzt und verlor seinen linken Arm. Nach dem Larazettaufenhalt war der in der Landesbauernschaft Gau Nordbayern in Bayreuth aktiv.
Nach dem Krieg war er als Zielzuchtberater im Tierzuchtamt Bayreuth tätig und versah seinen Dienst in Oberfranken mit dem Zug und seinem Fahrrad. In 1975 wurde Onkel Josef als Landwirtschaftsamtmann in den Ruhestand verabschiedet.
Mit 70 Jahren erlitt Onkel Josef einen Sturz auf der Straße und war bewußtlos. Seit diesem Ereignis entfaltete sich beim ihm eine schleichende Cerebralsklerose - ein stetiger geistiger und körperlicher Abbau bis zu seinem Tod. So wurde er in den folgenden Monaten und Jahren ein Pflegefall, wurde zuhause von seiner Frau gepflegt, bis ihn Gott am 20. Februar 1985 von seinem irdischen Leben erlöst hat.
Onkel Josef war oft mit seinen drei Kindern - Berthold, Maria und Dorle - in Wölkendorf, regelmäßig an der Wölkendorfer Kirchweih, die immer am Sonntag vor Pfingsten ist, und dann zu Allerseelen, um das Grab seiner Eltern zu besuchen. Oft verbrachten seine Kindern in den Sommerferien ihren Urlaub in Wölkendorf.
Tante Vera, seine Ehefrau, ist gebürtig aus Buttenheim. Als das 5. von 6 Mädchen eines Schreinermeisters mußte sie ihren Lebensunterhalt verdienen und war als Kindermädchen bei Graf Klaus Schenk zu Stauffenberg.

Diese seine berufliche Tätigkeit, die er liebevoll ausführte, führte ihn auch zur Kavallerie / Reitertruppe des Militärs.


Und der Onkel, der im Krieg gefallen ist


Und eine Tante, die auch sehr früh gestorben ist

5. Die Wills, die Betrachtung der Nachkommenschaft von Mutters Seite
 
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